Ungarische Sprache

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Ungarisch (Magyar nyelv)
Gsproche i: Ungarn, Slowakei, Slowenie, Vojvodina (Serbie), au verbreitet z Argentinie, Australie, Brasilie, Dütschland, Finnland, Holland, Idalie, Schwiz, Schwede, Tschechie USA
Sprecher: 13,5 bis 15 Millione Müttersprochler

ca. 1 Million Zweitsprochler

Linguistischi
Klassifikation:
Offizieller Status
Amtssproch i: Ungarn Ungarn
Slowenien Slowenie (regional)
Slowakei Slowakei (regional)
Serbie Serbie (Vojvodina)
Anerkannti Minderheitssproch i: Kroatien Kroatie
Rumänien Rumänie
Österreich Öschterriich (Burgeland)
Ukraine Ukraine
Sprochchürzel
ISO 639-1: hu
ISO 639-2: hun  
SIL: HUN

Ungarisch (ung. magyar nyelv; magyar; IPA: [,mɒɟɒr'ɲɛlv]) isch eini vo de finno-ugrische Sproche und di einzigi Sproch z Mitteleuropa, wo kei indogermanischi Sproch isch. Si wird wältwit vo ca. 13,5-15 Millione Lüt gschwätzt.

Inhaltsverzeichnis

Herchunft und Gschicht

S Wort "Ungar" chunnt vom "Onogur", wo e türkisches Oberhaupt gßi isch. D Ungare hän vor etwa 2000 Johr agfange, vo de Ural-Gegend in Richtig Europa z wandre. Drum hän si zerscht uss de Turksproche, de iranische und de kaukasische Sproche Wörter übernoh. E starki Ähnligkeit wyst d Sproch zum Türkische uff, wyl d Ungare lang mit de Türke gwandert ßin und Ungarn im 16. und 17. Johrhundert vo de Türke bsetzt gßi isch. Drum hät s im Ungarische einersits Parallelwörter zum Türkische, anderersits isch d Agglutinierig (s Ahänge vo Suffix) e charakteristischi Grammatik sowohl vom Ungarische als au vom Türkische. Wäge dem hät mer d Ungare fälschligerwis de Türke züegordnet. Die eigeni Bezeichnig "Magyar" kunnt vom Fürscht Megyer uss de Zit, wo d Ungare z Europa acho ßin. Säll isch Änd 9. Johrhundert gßi, mer hät aber s Johr 896 defür "festglegt". D Bezeichnig Magyar heißt so vyl wie "die wo vo unserem Stamm ßin".[1] Sällewäg sait mer au uff Dütsch Magyare oder Madjare züe de Ungare. Ab 900 ßin zerscht uss de slawische und e baar romanische Sproche Wörter in d Sproch übernoh worre, spöter au dütschi vo de Habsburger.[2]

Verbreitig

Verbreitig vo de Ungarische Sproch

Ungarisch isch d Amtssproch vo ganz Ungarn, zudem in de folgende Länder zumindest deilwis:

Ungarisch isch au Amtssproch vo de EU.

In de folgende Länder isch Ungarisch als Minderheitssproch aerkännt:

Verbreitig vo de Ungarische Sproch
noch Länder[4]
Land Sprächer Stand
Ungarn 9'546'374 2001
Rumänie 1'447'544 2002
Slowakei 520'528 2001
Serbie 293'299 2002
Ukraine 149'400 2001
USA 117'973 2000
Kanada 75'555 2001
Israel1 70'000  
Östrych1 70'000  
Kroatie 16'595 2001
Slowenie 6'243 2002

1Schätzig

Ungfähr e witeri Million Ungarisch-Sprächer verdeilt sich uff Argentinie, Australie, Belgie, Brasilie, Tschechie, Finnland, Frankrych, Dütschland, d Nyderlande, Idalie, d Schwiz, s Vereinigte Königrych, Venezuela und anderi.

Dialäkt

D Verdeilig vo de ungarische Dialäkt
Hauptartikel: Ungarischi Dialäkt

Di ungarische Dialäkt zeige im Allgmeine weniger starki Abwychige vonenand wie z.B. die dütsche. Di dialektale Underschyd ßin dodeby hauptsächlich uff phonetischer Ebeni. Die ungarische Csángó-Dialäkt, wo vor allem no im rumänische Bezirk Bacău verbreitet ßin, bilde e Usnahm. Durch d Isolation vom ungarische Mütterland hän d Csángós ihr eigeständige Dialäkt bybhalte, wo sich durch rumänische Yfluss stark verändert hät. De Dialäkt vo de Székler uff derre Site und de Csángó-Dialekt jensits vo de rumänische Karpate werre ab und züe au zu de Ostdialäkt zämmegfasst. Folglich werde nün Dialäktgruppe underschyde:

1. D Süddialäkt (déli nyelvjárások)

2. Di transdanubische Dialäkt (dunántúli nyelvjárások)

3. di westtransdanubische Dialäkt (nyugati nyelvjárások)

4. d Nordwestdialäkt (palóc nyelvjárások)

5. d Nordostdialäkt (északkeleti nyelvjárások)[3]

6. d Theiß-Dialäkt (tiszai nyelvjárások)

7. di mittelsiebebürgische Dialäkt (mezőségi nyelvjárások)

8. d Székler-Dialäkt (székely nyelvjárások)

9. d Csángó-Dialäkt (csángó nyelvjárások)[4]

Die schwersti Sproch?

Lut re Liste vo de am schwerste erlernbare Sproche isch Ungarisch uff em 4. Platz. Dütsch isch uff Platz 8, Mandarin uff Platz 1.[5]

De Friedrich Dürrematt soll gsait ha, dass es z Europa zwei furchbar schweri Sproche gäb, nämlig Portugysisch und Ungarisch. Portugysisch ßei jo scho unglaublig schwer, Ungarisch aber so schwer, dass es nit emol meh d Portugyse verstönn.[6]

Yordnig

Ungarisch isch linguistisch e finno-ugrischi, also e uralischi Sproch. Uff em Wäg in Richtig Europa hän sich Wörter uss alle möglige Sproche ybürgert. Sit d Ungare um 900 uff Europa cho ßin, hän vor allem s Dütsch und s Slawisch d Sproch beyflusst. S git hütt ca. 30 türkischi und 350 dütschi Lehnwörter.[7]

Alphabet

S Alphabet isch im 13. Johrhundert eso entstande.[2] E Bsunderheit vom Ungarische Alphabet isch, dass Diagrafe (cs, dy, gy, ly, ny, sz, ty, zs) und de Trigraf (dzs) als eigeni Büechstabe aglüegt werre, genauso d Sunderzeiche (á, é, í, ó, ő, ü, ű). Zudem underscheidet mer s chleine und s große Alphabet, je nochdem, ob d Büechstabe q, w, x, y, wo numme in historische Schribwyse und Främdwörter vorchömme, mitzällt werre solle. S Ungarische Alphabet hät also 40 (chlei) oder 44 (groß) Büechstabe (zur Ussproch lüeg unde):[8]

A Á B C Cs D Dz Dzs E É F
G Gy H I Í J K L Ly M N
Ny O Ó Ö Ő P (Q) R S Sz T
Ty U Ú Ü Ű V (W) (X) (Y) Z Zs

Amerchige

  • In Dialäktschrybige wird oft au de Büechstabe <ë> für de Lut [e] verwändet; 40-50 Prozänt vo de Ungarische Dialäkt hän sälle Lut. In de Standardsproch isch aber s [ɛ] mit Tendänz zum [æ] als Ussproch vorgseh.
  • <gy> hät sy Ursprung wahrschints bi idaliänische Schryber, wo versüecht hän, de ungarisch Lut [ɟ] nochzmache.
  • <ly> isch e traditionälli Schrybig vom friehnere Lut [ʎ] (jetz [j]).
  • de Diagraf <zs> hät sy Ursprung in de Substantivbildig. Sälli erfolgt durch s Suffix -ság bzw. ség. In Adjektiv uff [z] wird aber nit [zʃ], sondern [ʒ] gsait (z.B. igaz > igazság).[9]
  • in mänke Eigenämme findet mer au Eigeschafte vo de historische Schribwis:
  >ch statt cs
>cz statt c
> th statt t
>aa statt á
> statt é
> statt ö
> ew statt ő
> statt ó
> (l)y statt (l)i
> (n)y statt (ny)i

Yflüss vom Ungarische uff anderi Sproche

Größeri Zahle vo ungarische Lehnwörter trifft mer im kroatische, Dütsche (Dialäkt vo de Donauschwobe), in de Sproche vo de Zigüner, im Rumänische, Karpatorussische, Slowakische und in einige Serbische Dialäkt a.[10]

Wortschatz

Circa 21 Prozänt vo de ungarische Wörter ßin finno-ugrisch, witeri Lehnwörter chömme vor allem uss em Persische, de Turksproche, em Slawische, Latyn, Dütsche, Französische, Idaliänische und Anglische. Im Folgende Bispyl für Lehnwörter.

  • dütsch: herceg, mozsár, páncél, zsinór, kastély, sógor, cél (Herzog, Mörser, Panzer, Schnur, Schloss, Schwoger, zyle)
  • änglisch: futball, busz, dzsentri, menedzser, klub, hobbi, keksz, notesz (Füeßball, Adel, Manager, Club, Hobby, Keks, Notizbüech)
  • türkisch: balta, kalauz, komondor (Axt, Leiter)
  • idaliänisch: lándzsa, piac, egres, füge, mazsola, narancs, banda, szalámi (Lanze, Märkt, Stachelbeere, Fyge, Orange, Bande, Salami)[11]

Ussproch

Konsonante

D Konsonante b, d, f, g, h, j, k, l, m, n, p und t werde glych wie im Dütsche usgsproche.

Ussproch vo de Konsonante
Büechstabe IPA Erklärig
c [ts] wie z uff Alemannisch
r [r] Zungespitze-R, rollendes "r"
s [∫] wie sch uff Alemannisch
v [v] wie w und v (deilwis) uff Alemannisch
z [z] stimmhafts s
Ussproch vo de Konsonanteverbindige
Konsonanteverbindig IPA Erklärig
cs [tʃ] wie in dütsch
dz [dz] d + stimmhafts s
dzs [dʒ] wie j im änglische Job (d + stimmhafts sch)
gy [ɟ] Stimmhafte palatale Plosiv
ly [j] wie j (l wird nit usgsproche)
ny [ɲ] Stimmhafte palatale Nasal wie gn uff Idaliænisch
sz [s] stimmloses s, ß
ty [c] Stimmlose palatale Plosiv
zs [ʒ] stimmhafts sch, wie j im Französische

Vokal

In de Schrybig werre alli churze Vokal durch Büechstabe ohni Akzänt dargstellt. Zur Verlängerig wird de Akzent Akut verwendet. Doppelkonsonante werde nit zur Verkürzig vom Vokal devor verwendet, sondern numme wenn de Konsonant dehnt wird (tt → [t:]).

Ussproch vo de Vokal
kurze Vokal IPA lange Vokal IPA
a ɒ á a:
e ɛ é e:
i i í i:
o o ó o:
ö ø ő ø:
u u ú u:
ü y ű y:

Betonig

Die ungarischi Sproch hät e ganz eigeni Satzmelody. So ligt zum Bispyl immer e starke Akzent uff de erschte Silbe vom Satz. De Rest wird immer weniger ("abfallend") betont. Sälli Satzmelody findet mer au in de Musik vo de Zigüner widder.

De ungarisch Frogesatz erlaubt allerdings zwei verschydeni Melodye. Des hängt devo ab, ob mer e Antwort mit "igen" (ja) oder "nem" (nei), oder e vollständigeri Antwort erwartet. Im letschtere Fall hät s im Frogesatz unbedingt e akzentuierts Frogewort wie s im Alemannische z.B. wo, wänn, wieso etc. ßin:

Hol van az orám? (= Wo isch mini Uhr?)
Hova megy? (= Wohy gohsch?)

Hingege isch, wenn e schlichts "ja" oder "nei" erwartet wird, immer die zweitletschti Silbe im Satz betont:[12]

Mész Budapestre? (= Gohsch uff Budapest?)
Ön Glubsdemír Rede? (= Szin Sie de Glubsdemír Rede?)

Innerhalb vo Wörter wird usnahmslos immer die erschti Silbe betont. Des wird (au bi Fremdwörter) streng durezoge; selbscht wenn de erscht Vokal neabe-, anderi aber volltonig ßin, no blibt die Betonigsart erhalte.

Grammatik

Hauptartikel: Ungarischi Grammatik

Die Ungarischi Grammatik wird oft als eini vo de schwierigste überhaupt ygstuft. Dem liegt zgrund, dass s Ungarische vo vyle Sproche beyflusst worde isch (lüeg under Yordnig).

Allgemein

Fast überall spylt d Vokalharmony e wichtigi Rolle. S wird zwüsche helle und dunkle Vokal underschyde. Die meiste Wörter bestönn entweder uss helle oder uss dunkle Vokal, entsprechend wird e helle oder dunkle Suffix aghänkt. Bi Usnahme - wenn Wörter uss helle und dunkle Vokal bestönn, entscheidet meistens de letscht Vokal.

Dunkli Vokal ßin a, á, o, ó, u, ú.

Helli Vokal ßin e, é, i, í ("hell 1") und ö, ő, ü, ű ("hell 2")

Nome

Zwüsche männlig und wyblig wird nit unterschiede. D Nome könne insgesamt in 23 Fäll stoh. De Plural wird

  • bi Nome wo uff e Vokal endet, durch s Ahänke vo me -k usdruckt.
  • bi "helle" Nome durch s Suffix -ek bzw. -ök usdruckt.
  • bi "dunkle" Nome duch s Suffix -ok (selténer -ak) usdruckt.

Verbe

Mer underscheidet zwüsche de bstimmte und de unbstimmte Konjuation. Die bstimmti wird agwändet, wenn e Akkusativobjekt mit bstimmtem Artkel folgt; gar keinem oder me unbstimmte Akkusativobjekt folgt die unbstimmti Konjugation.

S git di folgende Zite (jewyls mit bstimmter und unbstimmter Konjugation):

Adjektiv

D Adjektiv werde in Fall und Numerus ans Nome abasst. Zur Bildig vo me Adverb wird s Suffix -en bzw. -on aghänkt.

Pronome

In de Personalform könne d Personalpronome (én, te, ő/ön, mi, ti, ők/önnök) numme vor, wenn si betont werde solle.

Satzreihefolg

Was betont wird, stoht in Ussagesätz in de Regel vor em Verb.

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s Wikiquote-Projäkt hät Zitate zum Thema „Ungarische Sprache“.

D Wikipedia uff Ungarisch — e freii Enzyklopädy
S Wiktionary uff Ungarisch — e freis Wörterbüech
Wikibooks uff Ungarisch — Lern- und Lehrmaterialie
Wikinews uff Ungarisch — Aktuälli Nochrichte
Wikiquote uff Ungarisch — Zitate

Wikisource uff Ungarisch — Quälletekscht

Wiktionary: Ungarisch — Wortherkunft, Synonym und Übersetzige
Commons
 Allmänd (Commons): Ungarischi Sproch — Witeri Mulitimediadateie zum Artikel
Commons
 Allmänd (Commons): Ungarischi Ussproch — Witeri Mulitimediadateie zum Artikel

Internet-Übersetzigsdienscht

Quälle und Amerchige

  1. www.ungarische-sprache.de
  2. 2,0 2,1 www.sprachendienst.de
  3. Uff em Nordostdialäkt baut die ungarischi Schriftsproch uff.
  4. [1] (Quälle vom ganze Abschnitt Dialäkt)
  5. www.ungarische-sprache.de
  6. www.ungarische-sprache.de
  7. Max-Hueber-Verlag, Einstieg ungarisch für Kurzentschlossene
  8. de.wikipedia/Alphabet
  9. en:Hungarian_alphabet
  10. hu:Magyar nyelv#A magyar nyelv hatása más nyelvekre
  11. [2], [3] (beidi ungarisch)
  12. Uss: Assimil, Ungarisch ohne Mühe, S. 53, Amerkig (3)

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